Glossar Hochschulpolitik


  • Studierendenschaft: Die Gesamtheit aller an einer Hochschule immatrikulierten Studierenden.
  • Verfasste Studierendenschaft (VS): Zusammenschluss aller Studierenden einer Hochschule zu einer Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Satzungs- und Finanzhoheit. Wurde in Bayern 1974 abgeschafft. Nach der Wiedereinführung in Baden-Württemberg durch die grün-rote Landesregierung wird Bayern das einzige Bundesland ohne VS sein.
  • Fachschaft (FS): Alle immatrikulierten Studierenden eines Instituts, Fachbereichs oder Fakultät. Wählt Fachschaftsvertreter_innen.
  • Fachschaftsvertretung: Entsendet Vertreter_innen in Fakultätskonvent und Fachschaftskonvent.
  • Fakultätskonvent: Zuständig für die Abstimmung der Interessen der Studierenden der Fächer einer Fakultät. Besteht aus den Vertreter_innen aller Fachschaften der Fakultät. Wählt die studentische Vertretung im Fakultätsrat.
  • Fakultätsrat: Besetzt ähnlich dem Senat. Zuständig für Belange der Fakultät. Wählt Dekane/Dekaninnen.
  • Fachschaftskonvent (Fachschaftenrat): „Parlament der Studierenden“. Zusammenkunft der Fachschaftsvertreter_innen. Entscheidet in Angelegenheiten, die die Studierendenschaft betreffen. Wählt Geschäftsführung der Studierendenvertretung und Referent_innen für einzelne Aufgaben, entsendet Senatsmitglieder.
  • Studierendenvertretung (StuVe; AStA): vertritt die fakultätsübergreifenden Belange der Studierenden. Die Geschäftsführung leitet das Tagesgeschäft und setzt die Beschlüsse des Fachschaftskonvents um, Referent_innen und Arbeitskreise arbeiten zu bestimmten Themen.
  • Senat: Beschließt in Forschungsangelegenheiten und Angelegenheiten der Förderung des wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchses. Insbesondere werden Erhebung und die Höhe der Studiengebühren im Senat festgelegt. 9 Mitglieder: 5 Professor_innen, 1 wissenschaftliche_r Mitarbeiter_in, 1 nicht-wissenschaftliche_r Mitarbeiter_in, 1 Frauenbeauftragte_r, 1 Studierende_r. An der LMU wegen der Vielzahl an Fakultäten jeweils doppelte Vertreter_innenzahl, gedeckt durch die Experimentierklausel.
  • Hochschulrat: Wählt den/die Hochschulpräsident_in. Beschließt Einführung oder Aufhebung von Studiengängen und kann Änderungen der Grundordnung beschließen. Die 8 externen Mitglieder werden von der/dem Präsident_in vorgeschlagen und, nachdem sie vom Senat bestätigt wurden, durch das Staatsministerium bestellt. Stellt den Körperschaftshaushalt fest. In dieser Form eingeführt 2006.
  • Hochschulgruppen (HSG): Organisationen von und für Studierende, engagieren sich in politischen oder fachlichen Bereichen. Beispiele: parteinahe HSG wie Juso-HSG (SPD), Campusgrün (B.90/Die Grünen), Die Linke.SDS (Die Linke); parteiunabhängige HSG wie Arbeiterkind e.V., (fördert Studierende aus nicht-akademischen Elternhäusern).
  • unibrennt/Unsere Uni München: Freier Zusammenschluss Studierender aller Hochschulen. Entstanden im Rahmen der Bildungsproteste im Herbst 2009. Wird unterstützt durch Bildungsfreiräume e.V.
  • Hochschulrahmengesetz (HRG): Bundesgesetz, gibt einen groben Rahmen für Hochschulgesetzgebung vor (der Föderalismus in Deutschland verbietet dem Bund im Allgemeinen, Detailregelungen bezüglich des Hochschulrechts zu machen Bildung ist Ländersache!). Gibt die grundlegenden Aufgaben staatlicher Hochschulen vor und regelt die Hochschulzulassung.
  • Landeshochschulgesetz (LHG), z.B. Bayerisches Hochschulgesetz (BayHSchG): Landesgesetz. Legt die grundsätzliche Organisation und den Aufbau von staatlichen und nichtstaatlichen Hochschulen sowie Studentenwerken im jeweiligen Bundesland fest.
  • Grundordnung: „Grundgesetz“ der Hochschule. Regelt alles, was durch Landes- oder Bundesgesetzgebung nicht festgelegt ist, wie Details zu Hochschulwahlen, Amtszeiten usw.
  • Experimentierklausel: Art. 106 Abs. 2 des BayHSchG. Erlaubt die befristete Abweichung von einigen im LHG festgesetzten Regelungen. An der LMU wird die zahlenmäßige Verdoppelung des Senats durch die Experimentierklausel ermöglicht.
  • Bildungsministerium: In Bayern gibt es kein Bildungsministerium, die Kompetenzen sind seit 1998 zwischen dem Kultus- (Ludwig Spaenle, CSU) und dem Wissenschaftsministerium (Wolfgang Heubisch, FDP) aufgeteilt. Für die Hochschulen ist hauptsächlich das Wissenschaftsministerium zuständig. Bildungsministerin des Bundes ist Annette Schavan (CDU).

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